Ein Ex-Banker der UniCredit sagt die Wahrheit

Im September 2007 trat ich von meiner Position als Risiko-Manager der UniCredit Bank Irland zurück. Ich tat dies, um mich nicht selber strafbar zu machen. Ich habe die letzten 3 Jahre damit verbracht, Gerechtigkeit einzufordern. Am 23. Februar 2010 konnte ich zu meiner Freude erleben, dass Senator David Norris das Thema im irischen Senat aufgriff und von Finanzminister Brian Lenihan eine Antwort einforderte. Senator Norris schloß seine Ausführungen mit den Worten:

"... hier liegt ein klarer Fall ministerieller Verantwortung vor. Es handelt sich um eine sehr ernste Angelegenheit, welche der Finanzaufsichtsbehörde gemeldet worden war. Ein Mann hat in der Folge seinen Job verloren. Er ist ehrenvoll aus seinem Dienstverhältnis geschieden. Der Grad der Verletzung war 40-mal so groß wie die akzeptierte maximale Normabweichung. Das ist eine Katastrophe. Wenn wir nicht bereit sind, dieses nunmehr dem Parlament vorgelegte Problem zu untersuchen, dann gibt es absolut keine Hoffnung mehr für unser Finanzsystem und seinen Ruf auf der ganzen Welt.
Ich habe sehr klar dazu aufgefordert, dass diese Angelegenheit untersucht werden sollte. Wie kann die Finanzaufsichtsbehörde sich selbst überprüfen? Sie hat ihre Aufsichtspflicht verletzt. Das ist der erste Punkt. Der zweite Punkt ist der, dass die Bank verfolgt werden muss und dass die Ehre des Mannes, dessen Ruf in den Schmutz gezogen wurde, wiederhergestellt werden muss. Es ist wohl nicht zu viel, dieses Parlament zu entsprechenden Schritten aufzufordern. Ich möchte, dass damit noch heute Abend begonnen wird."
http://debates.oireachtas.ie/seanad/2010/02/23/00012.asp

____________________________________________________________________________________________

VRT, der Flämische Rundfunk in Belgien, strahlte dieses Interview mit mir am 06. März 2013 aus (ab Minute 27):

ET3, der Griechische Rundfunk, zeigte dieses Interview mit mir am 27. November 2012:

ABC TV (Australien) brachte ein Interview mit mir in einem Dokumentarfilm über UniCredit, UBS und Société Générale im November 2011:
______________________________________________________

Thursday, 19 May 2011

Mittwoch, 18. Mai, 2011 - Ein unheimlicher Tag in Dublin


Eine Geschichte über eine englische Königin, einige amerikanische Präsidenten, und uns, das schulden- und hypothekbeladene irische Volk:

Gestern gab es ein wirklich wichtiges Ereignis in unserer Geschichte als unabhängige irische Republik - Königin Elisabeth II. von Großbritannien stattete uns ihren Besuch ab. Sie ist die erste britische Monarchin, die uns besuchte, seit Irland im Jahre 1916 seine Unabhängigkeit erlangt hatte. Heute war Dublin ein Ort der unheimlichen Stille - weil wir, das Volk von Dublin, im Interesse der Sicherheit von Ihrer Majestät von der Straße ferngehalten wurden. MSNBC berichtet:

"Sicherheitserwägungen haben dazu geführt, dass die Wagenkolonne der Königin durch gänzlich leere Straßen fuhr - winkende Zuschauerscharen waren nicht erwünscht. Nur am Trinity College gab es eine Möglichkeit für das einfache Volk, der Königin zu begegnen: 250 Studenten, Dozenten und sonstige Mitarbeiter, welche durch das Los ermittelt worden waren. Wie von Teilnehmern verlautete, gab es etwas Smalltalk und man plauderte über das Leben zu Hause, über die jeweiligen Studienfächer und ähnliches."

Wie man sieht, haben sich wieder einmal unsere eigenen Behörden dazu entschlossen, keine Rücksichten auf "die Leute auf der Straße" zu nehmen, um den Wünsche von "höheren" und "mächtigeren" Kreisen zu willfahren. Das ist so ähnlich wie bei den Strafbestimmungen der Bankenrettung durch IWF und EZB, welche uns aufgebürdet wurden, um unsere neuen Fremdherrscher zufrieden zu stellen, während gleichzeitig bei uns Krankenhäuser und Schulen geschlossen werden. Die Gemeinplätze, die sich Brian Lenihan (der Finanzminister, der unsere Zukunft an die EZB und IWF verkauft hat) unlängst abrang, wären als solches nur lachhaft, hätte er nicht uns und unsere Ur-Ur Enkel mit Schulden überhäuft, die wir und zukünftige Generationen zurückbezahlen müssen.

Königin Elisabeth ist übrigens nicht auf dem neueröffneten Flughafen unserer Hauptstadt gelandet, man fragt sich warum? Ich habe aus guter Quelle erfahren, dass ihre Landung auf dem viel weiter entfernt liegenden Flughafen Baldonell durch Dutzende von irischen Armee-Scharfschützen bewacht wurde, welche bereit waren, den Abzug zu ziehen, wenn die Königin in Gefahr kommen sollte. Man sieht, wir haben Behörden und Streitkräfte in diesem Land, die Entscheidungen fällen und Macht ausüben können - soferne es ihnen in den Kram passt.

Wenn es ihnen in den Kram passt, dann haben wir einen voll funktionsfähigen Staat, der diejenigen zu schützen weiß, die es seines Erachtens zu schützen gilt. Leider stehen weder Sie noch ich, noch die eigentlichen Bürger dieses Landes auf der Liste der schützenswerten Personen.

"König Sean" [Fitzpatrick], der Ex-Chef der pleitegegangenen Anglo Irish Bank, flaniert noch immer über die Golfplätze Irlands, während die Steuerzahler in der gesamten Euro-Zone die Rechnungen für die Bankenrettung in Irland zu begleichen haben. Diejenigen, die sich darüber wundern, möchte ich an die "Fitzpatrick Tapes", die Tonbandprotokolle vom letzten Sommer, erinnern. Die Tonbandprotokolle, die uns die sehr gemütliche Beziehung zwischen Fitzpatrick und unserem damaligen Premierminister Brian Cowen von der Fianna Fail-Partei nahebrachten. So nebenbei dieselbe Fianna Fail, deren ehemaliger Parlamentsabgeordneter der Vorsitzende der UniCredit Irland zum Zeitpunkt meines Rücktritts war. Dies war wirklich eine "gemütliche" Zeit für alle Beteiligten, nicht nur deshalb, war unser Vorsitzender, Prof. B. Hillary, ein ehemaliger Parlamentsabgeordneter der Fianna Fail war (vgl. dazu den Artikel in der Zeitschrift "Village"). Der damalige Finanzminister war Herr Brian Cowen, der später den Vorsitz über die Zerstörung Irlands übernehmen sollte, eine Zerstörung nicht durch die Hand eines fremden Eindringlings, sondern durch unsere eigene frei gewählte irische Regierung.

Die Obamas werden wahrscheinlich mehr Menschen auf den Straßen sehen, wenn sie nächste Woche in Dublin landen. Die Clintons dachten oft an die herzlichen Empfänge zurück, die die Dubliner Bevölkerung ihnen bereitet hatte. Präsident Obama war zudem derjenige, der schon kurz nach seiner Ankunft im Weißen Haus umfangreiche Gesetze über die Bankenrettung durchpeitschte. Er ist die Erfüllung der wildesten Träume eines jeden Republikaners. Den korrupten Banken aus der Patsche helfen und die Menschen aus ihren Häusern werfen, wenn sie ihren Teil der Abmachung nicht erfüllen können - das ist eine "win-win"-Falle, wie sie nur von gewieften Bankern ersonnen worden sein kann.

"Goldman Sachs hat den Kongress irregeführt, nachdem die Kunden düpiert wurden" - war bei Bloomberg / Newsweek letzten Monat zu lesen.
Auch die Deutsche Bank wird in dem Kongress-Bericht erwähnt, allerdings nicht in der Kategorie der "Good Guys".

Ich frage mich, ob Präsident Obama mit dem irischen Premierminister Kenny auch so unangenehme Wahrheiten diskutieren wird die von Unternehmen, die "bestens vorsorgen" und gleichzeitig ihren Beitrag zum Reichtum von Mördern wie Muamar Ghaddaffi in Libyen leisten. Libyen besitzt bekanntlich 7,5% der UniCredit. UniCredit ist wiederum Eigentümer von Pioneer Investments - eine der ältesten und größten Fondsgesellschaften in den USA. Vielleicht waren es nicht nur die Ölpreise, um die Präsident Obama bangte, als er sich so lange Zurückhaltung auferlegte, bevor er den für Demokratie kämpfenden Menschen auf den Straßen Libyens seine Unterstützung zusagte. Vielleicht sollten diese Menschen dem Weißen Haus einmal eine oder zwei Lektionen über die Demokratie erteilen ...






Die gute Nachricht? Die Geschichte wiederholt sich, und wir, die Menschen, scheinen daraus zu lernen, wenn auch nur  s e h r   l a n g s a m.

Ghaddaffis Auslandsvermögen wurden schließlich im Rahmen einer UN-Resolution viel schneller eingefroren als seinerzeit die US-Behörden brauchten, um Prescot Bush (den Vorfahren des Präsidenten) daran zu hindern, die Kriegsmaschinerie der Nazis selbst nach dem Angriff auf Pearl Harbour zu finanzieren:

"Wie Bushs Großvater Hitlers Aufstieg zur Macht förderte" - The Guardian, September 2004:

"Es gibt zwar keinen Hinweis, dass Prescott Bush für die Sache der Nazis Sympathien hegte, doch zeigen Dokumente, dass die Firma, für die er arbeitete, Brown Brothers Harriman (BBH), als US-Basis für den deutschen Industriellen Fritz Thyssen diente, der Hitler in den 1930er Jahren finanzierte, bevor er sich gegen Ende des Jahrzehnts von ihm abwandte. Dem Guardian liegen Beweise dafür vor, dass Bush Direktor der New Yorker Union Banking Corporation (UBC) war, welche die US-Interessen von Thyssen wahrnahm; er verblieb in dieser Position bis nach dem Eintritt Amerikas in den Zweiten Weltkrieg ...

Es war vollkommen in Ordnung, wenn er mit den Thyssens in den 1930er Jahren Geschäfte machte, denn auch viele andere der bekanntesten Unternehmen Amerikas investierten damals massiv in den deutschen Wirtschaftsaufschwung. Das änderte sich allerdings nach dem deutschen Einmarsch in Polen im Jahr 1939. Selbst danach ließe sich noch argumentieren, dass BBH rechtens Geschäftsbeziehungen mit Thyssen bis zum Ende des Jahres 1941 aufrechterhielt, da die USA bis zum Angriff auf Pearl Harbor de facto neutral waren. Der Ärger begann am 30. Juli 1942, als die New York Herald-Tribune einen Artikel mit dem Titel "Hitlers Schutzengel hat ein 3 Millionen-Dollar-Konto bei einer US-Bank" veröffentklichte. Die massiven Goldkäufe der UBC nährten den Verdacht, dass die Bank für Thyssen und andere Nazi-Bonzen so etwas wie einen "geheimen Notgroschen" verwahrte. Die Kommission für die Untersuchung von Auslandsvermögen leitete daraufhin eine Untersuchung ein.

Es ist unzweifelhaft, dass die US-Regierung eine Reihe von Vermögenswerten, die der Kontrolle von BBH - sowie UBC und SAC - unterstanden, im Herbst 1942 auf Basis des Feindhandelsgesetzes  beschlagnahmten. Fraglich ist hingegen, ob Harriman, Walker und Bush nicht doch mehr taten, als bloß Besitzer dieser Unternehmen auf dem Papier zu sein."


Präsident Obama, Ihr Bemühen für Ihr Volk ist berührend, sie stehen da mit ihren politischen Freunden einsam da. Dieses Zitat aus der "Chicago Tribune" sagt eigentlich schon alles:

"Wenn Präsident Barack Obama sich am Montag zu einer Rede über die Gesundheitsreform nach Chicago begibt, wird nach Schätzungen der Regierung der Flug der Air Force One hin und zurück ca. 236.000 Dollar kosten - Betriebskosten für eines der Top-Symbole und Vergünstigungen, welche dem Präsidenten zustehen. Darin noch nicht enthalten die Kosten für den Personenschutz durch den Secret Service, Autokorso und lokale Hubschraubertransporte.
...

Die Kosten für die Air Force One machten vor kurzem Schlagzeilen, als ein Reserveflugzeug, das nur manchmal vom Präsidenten benutzt wird, einen kontroversiellen Tiefflug über New York City im Rahmen einer Regierungswerbekampagne machte, was Panik unter den Arbeitern hervorrief und zu irritierten Anfragen seitens der lokalen Verwaltung führte. Dieser Flug kostet nach Schätzungen der Luftwaffe mehr als 300.000 Dollar.

Obamas Flugreisen gerieten neuerlich in die Nachrichten, als er und First Lady Michelle Obama von dem großen Vogel auf einen viel kleineren Gulfstream-Jet der Air Force umstiegen, um an einem Samstagabend ein "Date Night" in New York City zu behen. Es war vom Komfort her eine niedrigere Klasse, die man offenbar wegen der Kürze des Fluges in Kauf nahm."


Ich möchte meine nächtlichen Eskapanden mit einem hübschen Gedicht abschließen, das mir ein Leser aus Florida zugeschickt hat. Es ist eine Anspielung auf Psalm 23 und stammt aus den Jahren 1934/35:

Präsident Roosevelt ist mein Schäfer
Ich bin in Not
Er lässt mich auf Parkbänken übernachten
Er führt mich zu den stillstehenden Fabriken
Er beunruhigt meine Seele
Er führt mich auf den Pfaden der Zerstörung um seiner Partei willen
Ich erwarte keine Verbesserung
Denn er ist mit mir
Seine Politik und Diplomatie - sie machen mir Angst
Er hat mein Gehalt verkürzt und
Im Angesicht meiner Feinde
Mir ein geringes Einkommen mit Steuern zugewiesen
Und meine Ausgaben werden immer höher
Arbeitslosigkeit und Armut werden wohl mein Los sein
Für alle Tage meines Lebens
Und ich werde für immerdar in einem verpfändeten Haus wohnen.

http://wewillynotconform.blogspot.com/


Gute Nacht bzw. guten Morgen,

Tuesday, 3 May 2011

Ein Blick in eine der tiefsten Sickergruben Europas - der heutige Blogbeitrag von Golem XIV

Eine Glosse von Bloomberg, die sich auf die Süddeutsche Zeitung beruft, führt aus:

Die Münchener Staatsanwaltschaft will Anklage wegen Veruntreuung gegen den gesamten früheren Vorstand der Bayerischen Landesbank erheben....

Die Worte "gesamter früherer Vorstand" und "Anklage wegen Veruntreuung" im gleichen Satz sind endlich ein Lichtblick! Seit es damit begonnen hatte, dass alle Banken der Welten uns einreden wollten, sie hätten Engpässe bei der Liquidität, fehlte es den Behörden, die sie angeblich beaufsichtigen sollten, in noch größerem Maße an Mumm als den Banken das Bargeld fehlte. Es sah richtiggehend danach aus, als ob die Bankaufsichtsbehörden in verschiedenen Ländern es geradezu vorsätzlich an Mumm fehlen ließen, um überhaupt ihren Job ausüben zu dürfen.

Die Schlagzeile bei Bloomberg muss man sich daher auf der Zunge zergehen lassen. Darüber hinaus führt der Artikel aus, dass die Bayerische Landesbank 3,7 Milliarden Euro infolge der Übernahme der österreichischen Hypo Alpe Adria Bank im Jahr 2007 verloren hätte. Die spärliche Berichterstattung verdeckt in Wirklichkeit einen Schacht, der hinunter in eine der tiefsten Sickergruben Europas führt. Ich sage bewusst "eine der", weil wohl nur eine kongeniale Bankenaufsichtsbehörde vermeinen wird, dass die Bayerische der einzige Eingang in die Kanalisation der europäischen Kreditwirtschaft sei, welche einen Fluss von Korruption in Finanz und Politik, von Geldwäsche und von intransparenten Waffengeschäften speiste, der sich von Kroatien und Serbien nach Österreich, Bayern, Italien und schliesslich bis nach Irland ergoss.

....

Und damit nicht der Eindruck entsteht, dass bloß eine gewissen Achse von korrupten Schwachköpfen in Mitteleuropa Geschmack auf österreichische Banken entwickelt hätte, vergessen wir bitte nicht, dass auch die Anglo Irish Bank eine eigene österreichische Tochtergesellschaft hatte. Eine Tochtergesellschaft, von der wir dank Kathleen Barrington journalistischer Akribie wissen, dass sie über 600 Mio. Euro Bareinlagen verfügte und die von der irischen Muttergesellschaft für nur 141 Millionen Euro an die schweizerische Valartis Bank verkauft wurde, der dazu sogar noch ein Darlehen von 24 Millionen Euro eingeräumt wurde. Ein Darlehen an Valartis von ... der Anglo Irish Bank! Man höre und staune.

Meine Frage ist, ob Bankenaufsicht und sonstige Aufsichtsbehörden sich jetzt endlich hervorwagen und spät aber doch bemüßigen, Fragen an die Banken zu richten, die sie angeblich beaufsichtigen. Ich weiß, dass es einschlägige Anfragen bereits im österreichischen Parlament gegeben hat. Doch wird dort außer ein paar Anfragestellungen noch mehr passieren? Wird es in Österreich jemanden geben, der aus moralischer Integrität heraus den Kanaldeckel aufhebt und Nachschau hält, wohin das alles führt? Werden die Deutschen Druck auf die Österreicher ausüben oder eher zur Zurückhaltung mahnen, wenn es sich zeigt, dass etwas vom dem Schmutz sich auch in deutschen Banken angestaut hat, die vom deutschen Steuerzahler eben "gerettet" werden mussten?

Und wie steht es mit Irland? Die irische Bankenaufsicht hat sich bisher als eine ausgesprochene Schande erwiesen. Als Senator Norris es wagte, die Liste der Anleihegläubiger der Anglo Irish Bank, über die ich in diesem Blog berichtet hatte, im irischen Senat in einer öffentlichen parlamentarische Sitzung vorzutragen, wurde ihm das Wort entzogen.

Er verlas so klangvolle Namen wie Aberdeen Asset Management (London) Limited, AGICAM, Aktia Asset Management, Aletti Gestielle SGR, AllianceBernstein (UK) Limited, Allianz Global Investors Frankreich, AmpegaGerling Investment, Anima SGR ...
aber an dieser Stelle wurde Senator Norris mit der Begründung unterbrochen, seine Ausführungen seien nicht von Relevanz. Er fuhr dennoch fort und fügte hinzu: "Ein Schweizer Anleihegläubiger besitzt 40% der Anleihen und wird von uns Millionen von Euros bekommen .." An diesem Punkt wurde die Debatte beendet.

Es gibt eine Schleimspur beunruhigender Tatsachen, die von Bank zu Bank, von Land zu Land führt. Und es würde Mut und Ehrlichkeit erfordern, dieser Spur endlich nachzugehen.

Jede Menge Details über Unredlichkeit und Korruption sind bereits bekannt geworden, aber sie liegen verstreut in den verschiedenen Staaten, was nach einer Staatsanwaltschaft mit europaweiter Zuständigkeit und Ermittlungsbefugnis schreit. Wird es eine solche jemals geben? Natürlich nicht. Wir werden diese Ermittlungsarbeit wohl selber machen müssen - mit der mutigen Hilfe einiger weniger ehrlicher Männer und Frauen wie etwa WhistleblowerIRL, die es gewagt haben Missstände aufzuzeigen und damit vielleicht anderen den Mut geben, das gleiche zu tun.

http://golemxiv-credo.blogspot.com/2011/05/peek-into-one-of-deepest-little.html

Sunday, 24 April 2011

Kümmern sich die Grünen Parteien Europas eigentlich noch um das gemeine Wählervolk?

Vor etwa einer Woche setzte sich ein Vertreter der Grünen in Bayern mit mir in Verbindung. Man war - vorgeblich - entsetzt, von mir über die kriminellen Aktivitäten der UniCredit in Irland zu hören (immerhin ist die UniCredit die Besitzerin der HypoVereinsbank, der größten Bank in Bayern), aber mittlerweile scheint man wieder zum apathischen Normalverhalten übergegangen zu sein.

Wie ich darauf hingewiesen, bevor jetzt Für die DEPFA (Hypo Real Estate) mußte bereits ein Rettungspaket mit 120 Milliarden Euro erstellt werden. Das von vereinbarte EZB-Rettungspaket für alle irischen Banken zusammen beläuft sich auf 85 Milliarden Euro.  Was ist der Unterschied zwischen den beiden Rettungspaketen? Im Falle von Irland muss der deutsche Steuerzahler nur einen Teil der 85 Milliarden Euro bezahlen, während im Falle der DEPFA die Deutschen alleine für den Gesamtbetrag geradestehen müssen. ( http://whistleblower-de.blogspot.com/2011/04/fdpgrune-partei.html )

Für mich bedeutet das eine gewisses Déjà-vu-Erlebnis. Auch die Grüne Partei in Irland hatte sich sehr bemüht, mich zu überzeugen, dass sie "ernhsthafte" Aktionen setzen würde, nachdem man realisierte, dass man es einfach verschlafen hatte, als von Senator Norris im irischen Senat die Frage der kriminellen Verhaltens der UniCredit-Bank in Irland aufgeworfen wurde. Warum hüllten sich die Grünen in Schweigen? Es gab einen sehr offensichtlichen Grund dafür, denn zum ersten Mal in der irischen Geschichte waren die Grünen ein Teil der Regierung. Es ist und bleibt eine Tatsache, dass sie an der Regierung der Fianna Fail-Partei, mit der sie koalierten und die zur Zerstörung des unabhängigen Irland führte, keinerlei Anstoß nahmen. Der Luxus der Macht ist eben ein verführisches Mittel...

Glücklicherweise dachte der irischen Wähler anders und strafte die Grüne Partei Irlands bei den letzten Wahlen ordentlich ab:


Irische Wahlen 2011 - Ergebnisse nach Parteien -


Results by Party

PartySeats Won% 1st PrefVotes% Swing 2007% Swing 2002
Fine GaelFG7636.1801,628+8.8% +13.6%
Labour PartyLAB3719.4431,796+9.3% +8.7%
Fianna FáilFF2017.4387,358-24.1% -24.0%
IndependentIND1512.6279,459+6.8% +3.1%
Sinn FéinSF149.9220,661+3.0% +3.4%
Green PartyGP01.841,039-2.8% -2.0%
Socialist PartySP21.226,770+0.6% +0.4%
People Before Profit AlliancePBP21.021,551+1.0% +1.0%
South Kerry Independent AllianceSKIA00.24,939+0.2% +0.2%
Workers' PartyWP00.13,0560.0% -0.1%
Christian Solidarity PartyCSP00.12,1020.0% -0.2%


http://www.rte.ie/news/election2011/results/

Nachfolgendend finden Sie das letzte e-Mail, das mir von Senator Mark Deary von den Grünen zuging. Es spricht für sich selbst.

Man muss sich fragen, wie kommt es, dass Dr. Graf von der FPÖ eine Anfrage im österreichischen Parlament zu einem Fragekomplex stellte, das kurz zuvor von Joan Burton von der Labour-Partei in Irland aufgeworfen worden war? Ist es vielleicht so, dass Dr. Graf sich mehr als die Grünen um die täglichen Probleme kümmert, mit denen die Menschen in Österreich zu kämpfen haben, seit sie mit den täglichen Folgen der Banken-Rettungsaktionen in dritten Ländern konfrontiert werden?


---------- Weitergeleitete Nachricht ----------
Von: Mark Dearey
Datum: 11. Juni 2010 um 11:14 Uhr
Subject: Re: "Bei der Bankenaufsicht und der Aufrechterhaltung der Stabilität des Finanzsystems sind offensichtlich große Fehler passiert" - Der Staatsgouverneur der Irischen Zentralbank

Sehr geehrter ...,

Ich habe gemeinsam mit meinen Grünen Parteifreund Senator Dan Boyle an Staatsgouverneur Matthew Elderfield geschrieben, um eine Untersuchung des von Ihnen aufgezeigten Vorfalls im Bankwesen seitens seiner Behörde zu veranlassen.
Ich habe bisher noch keine Antwort von der Bankaufsichtsbehörde erhalten.

Mit freundlichen Grüßen,
Senator Mark Dearey.



Original:
---------- Forwarded message ----------
From: Mark Dearey
Date: 11 June 2010 11:14
Subject: Re: “It is clear that a major failure in terms of bank regulation and the maintenance of financial stability failure occurred” States Governor of the Central Bank of Ireland

Dear ...,

I have written with my Green party colleague Seator Dan Boyle to Matthew Elderfield seeking an investigation by his office into the the banking issue you speak of.
I have not received a reply from the Regulator as yet.

Regards,
Senator Mark Dearey.

 Weitere Informationen über die Genannten finden Sie hier:
http://www.greenparty.ie/people/mark_dearey
http://www.greenparty.ie/en/people/dan_boyle




whistleblower.irl@gmail.com

Saturday, 23 April 2011

Brian Lenihan, der irische Ex-Finanzminister, legt in der heutigen Irish Times ein Geständnis ab. Erlauben Sie mir, Herr Lenihan, Ihnen einige Fakten vorzulegen.



[Ex-Finanzminister] Lenihan: Rettungsaktion wurde Irland von der EZB aufgezwungen - Bloomberg  
Von Joe Brennan - 23. April 2011 10.46 Uhr GMT +0200
Irland wurde von der Europäischen Zentralbank gezwungen, die internationale Rettungsaktion zu beantragen, so zitiert die Irish Times Brian Lenihan, den damaligen Finanzminister, laut einem Interview.Lenihan sagte, dass es "schädlich" und ein "Verrat" gewesen wäre, wie die Medien von einigen EZB-Ratsmitgliedern über Irland informiert wurden, führt die Zeitung in einem heute veröffentlichten Bericht aus.Die irish Times zitiert weiters ein Interview mit Ajai Chopra, dem stellvertretenden Europa-Direktor beim Internationalen Währungsfonds, wonach "externe Behörden zu dem Zeitpunkt, als IWF und die Europäische Union das Hilfspaket zusammenschnürten, eine Situation vermeiden wollten, die einen veritablen Bankensturm ausgelöst hätte".
http://www.bloomberg.com/news/2011-04-23/lenihan-says-ecb-forced-ireland-to-seek-bailout-times-reports.html


Wie sich die Zeiten geändert haben, Herr Lenihan! Es scheint, dass Sie an derselben "Amnesie aus Zweckmäßigkeitsgründen" leiden, an der auch Uhr Amtsnachfolger Minister Noonan leidet. Darf ich Sie daran erinnern, welche Antwort der Abgeordnete Brady in Ihrem Namen vor nur etwa einem Jahr im irischen Senat an Senator Norris gegeben hat:


"Die Finanzaufsicht verfügt quantitative und qualitative Standards, welche die Liquiditätsvorschriften für alle von ihr kontrollierten Kreditinstitute regeln, seien dies Kreditinstitute im Inland oder solche, die auf den internationalen Märkten tätig sind ... Die Finanzaufsicht hat auch die Aufgabe, das Funktionieren der Liquidität bei Filialen von Kreditinstituten zu überwachen, die in Irland tätig sind, obwohl diese Kreditinstitute von der  Regulierungsbehörde in ihrem jeweiligen Heimatland überwacht werden. Die irische Finanzaufsicht unterhält aus diesem Grund engen Kontakt mit den Regulierungsbehörden der anderen Mitgliedstaaten.
.... Die Bedeutung eines guten Liquiditätsmanagement zur Erhaltung der Bonität der einzelnen Institute und des Finanzsystem als Ganzem wurde im Zuge der Ereignisse während der jüngsten Finanzkrise überaus deutlich. Durch die Krise wurde klar, dass ohne gute Prinzipien und Praktiken im Liquiditätsmanagement die Finanzinstitute sehr schnell unter Druck geraten und dadurch unfähig werden, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Auf internationaler Ebene hat die reichliche Versorgung mit Liquidität in den Jahren vor dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007 viele Kreditinstitute auf die dann auftretenden Erschütterungen unvorbereitet gelassen, sodass viele Kreditinstitute während der Finanzkrise damit kämpfen mussten, ein angemessenes Liquiditätsniveau zu halten. Aus diesem Grund haben die Europäische Zentralbank und andere Zentralbanken während der aktuellen Finanzkrise besondere Stützungsmaßnahmen zur Erhaltung der Liquidität der Finanzinstitute im gesamten Euroraum ergriffen. Diese Maßnahmen wurden nach dem Ermessen der EZB eingeführt, um der Liquiditätskrise zu entgegnen, in die das europaweite Bankensystem geraten war.
Irische Kreditinstitute und viele europäische Kreditinstitute erhielten derartige Liquiditätsstützungen. Allerdings hat sich die Abhängigkeit von EZB-Krediten erheblich gesenkt, was indiziert, dass sich die Bedingungen auf den internationalen Finanzmärkten erheblich verbessert haben und dass die irischen Kreditinstitute von der verbesserten Förderbedingungen profitieren konnten, was dadurch zum Ausdruck kam, dass die irischen Banken in reduziertem Maße auf die Finanzierung durch das Eurosystems zurückgreifen mussten. Die EZB hat öffentlich erklärt, dass sie für einen progressiven, rechtzeitigen und schrittweisen Ausstieg aus dem nicht-konventionellen Maßnahmenkatalog eintrete, welche in Reaktion auf die Finanzkrise eingeführt worden waren, dass aber dessen ungeachtet eine Liquiditätsstützung auch während der kommenden Monate aufrecht bleiben werde. Somit werde es auf mittlere Sicht infolge der angekündigten "Ausstiegs"-maßnahmen keine negativen Auswirkungen geben."
http://debates.oireachtas.ie/seanad/2010/02/23/00012.asp


Wie kommt es demnach, Herr Lenihan, dass - einmal abgesehen von der Tatsache, dass der "Ausstieg" aus der Liquiditätshilfe zu einem mit voller Kraft ausgeführten Umkehrschub führte, der nur NEUN Monate, nachdem Sie die Aussage gemacht hatten, dass die "irischen Kreditinstitute von den verbesserten Förderbedingungen profitiert" hätten, die ausblutenden irischen Banken nunmehr doch mit Hilfe von EZB und IWF wieder aufgepäppeln werden sollten -, wie kommt es demnach, dass Sie jetzt plötzlich zu Ihren Kumpels bei der EZB auf Distanz gehen? Warum haben Sie so lange mit diesem Geständnis gewartet? Hätten Sie das nicht bereits während Ihrer Amtsführung sagen können? Wer hat Sie daran gehindert? Brian Cowen? Olli Rehn?


Gibt es vielleicht noch etwas, womit Sie Ihr Gewissen erleichtern möchten?




whistleblower.irl@googlemail.com

Thursday, 21 April 2011

Um meine Leser in Finnland

Lukijoilleni Suomessa:

Olen iloinen voidessani todeta, että viime viikollaminulla on ollut monia lukijoita maasi. Tarkat prosenttiluvut ovat 36% lukijoista Saksan blogi onSuomessa, ja 27% Irlannin blogi
Jos haluat saada lisätietoja, lähetä sähköpostia minulle

Whistleblower.IRL@gmail.com

Toivotan teille kaikille oikein hyvää pääsiäistä,
WhistleblowerIRL

Tuesday, 19 April 2011

@ FDP/Grüne Partei

Der Freien Demokratischen Partei und den Grünen/Bündnis 90 zur gefälligen Kenntnisnahme:


Für die DEPFA (Hypo Real Estate) mußte bereits ein Rettungspaket mit 120 Milliarden Euro erstellt werden. Das von vereinbarte EZB-Rettungspaket für alle irischen Banken zusammen beläuft sich auf 85 Milliarden Euro.


Was ist der Unterschied zwischen den beiden Rettungspaketen? Im Falle von Irland muss der deutsche Steuerzahler nur einen Teil der 85 Milliarden Euro bezahlen, während im Falle der DEPFA die Deutschen alleine für den Gesamtbetrag geradestehen müssen.


Wieso? Es gibt einen Mann, der die Antwort genau kennt - Herr Maurice O'Connell, der mittlerweile pensionierte Gouverneur der irischen Zentralbank. O'Connell war nämlich danach auch eines der Vorstandsmitglieder der DEPFA.


Die Irish Times schrieb darüber im Januar 2010:


Mutterkonzern erwägt Klagen gegen Ex-Direktoren der irischen Depfa
Irish Times, Samstag, 2. Januar 2010 
DEREK SCALLY in Berlin
Nach dem Beinahe-Zusammenbruch des Hypo Real Estate (HRE)-Konzerns erwägen deutsche Rechtsanwälte rechtliche Schritte gegen ehemalige Vorstände der in Dublin ansässigen Tochtergesellschaft Depfa plc.
Zu den früheren Direktoren der Depfa zählen auch der Ex-Zentralbankchef Maurice O'Connell und Frances Ruane, der Direktor des Wirtschafts- und Sozialforschungsinstitut
Beide könnten in einen schwelenden Rechtsstreit zwischen der Depfa-Muttergesellschaft Hypo Real Estate (HRE) und Georg Funke, deren ehemaligen Chef und zugleich ehemaligen Direktor der Depfa hineingezogen werden.
"Wir überlegen Entschädigungsklagen gegen sämtliche Aufsichtsratsmitglieder der Depfa und der Hypo Real Estate", erklärte Detlef Bauer von der Rechtsanwaltskanzlei Gleiss Lutz, welche die HRE rechtlich vertritt, gegenüber der Irish Times.
Viele der von der in Dublin ansässigen Bank unternommenen riskanten Aktivitäten, welche die HRE und das gesamte deutsche Finanzsystem an den Rand des Ruins brachten, fanden im vergangenen Jahr statt, als mehrere prominente irischen Geschäftsleute im Aufsichtsrat der Depfa saßen.
O'Connell, der fünf Jahre bis 2007 Aufsichtsdirektor war, konnte für eine Stellungnahme nicht erreicht werden; Ruane, der vier Jahre bis 2006 Aufsichtsdirektor war, lehnte eine Stellungnahme ab.
Die Klage der HRE gegen Funke und zwei weitere Vorstandsmitglieder wird voraussichtlich im Mai zur Verhandlung kommen.
... Ende September 2008 vereinbarten während zweier aufeinanderfolgender Wochenenden die Bundesregierung und führende deutsche Bankiers ein Rettungspaket für den HRE-Konzern, der im Rahmen einer Übernahme durch die italienische Unicredit von der HypoVereinsbank (HVB) abgetrennt worden war.
Das endgültige Rettungspaket kostete 102 Mrd. Euro in Form von Darlehen und Bürgschaften; ihm folgte im vergangenen Jahr die vollständige Verstaatlichung.
Im Oktober 2008 wurde Funke vom Aufsichtsrat der HRE entlassen und ihm vorgeworfen, er habe das wahre Ausmaß der Probleme der Bankengruppe verschleiert - bis hin zu den Rettungsverhandlungen in letzter Minute.
... Der erste Vorwurf ist der, dass HRE durch die Übernahme der Depfa im Jahre 2007 die Katze im Sack gekauft hätte. Die HRE-Rechtsanwälte behaupten, dass Depfa bereits vor dem 5,7 Mrd. Euro-Deal ernsthafte Liquiditätsprobleme gehabt hätte.
Anläßlich einer aktuellen parlamentarischen Anfrage in Berlin vorgelegte Dokumente belegen, dass die Liquiditätsprobleme der Depfa bereits vor der Übernahme durch die HRE bekannt waren und nicht ausschließlich durch die Lehman-Pleite verursacht wurden.Bauer zweifelt daran, ob vor dem Deal die notwendigen Due-Diligence-Prüfungen durchgeführt wurden.
"Die Übernahme einer solch großen Bank - größer als die HRE selbst - dauerte lediglich zwei Wochen", sagte er. "Man kam bereits nach zwei Wochen zu einer Entscheidung, obwohl ein jeder, der sich mit Bankgeschäften auskennt, weiß, wie komplex die Dinge sein können."
Die HRE-Anwälte beschuldigen Funke der "groben Fahrlässigkeit" bei der Vorbereitung des Depfa-Kaufs und halten ihm vor, ein mangelhaftes Risikomanagement geführt und "zahlreiche Verletzungen des irischen Bankaufsichtsrecht" durch Depfa toleriert zu haben.
Die irische Finanzaufsicht hatte am 16. Dezember letzten Jahres eine Geldbuße von 250.000 Euro über die Depfa ACS Bank, eine Tochtergesellschaft der Depfa plc, verhängt.
Eine deutsche Quelle behauptet, dass die Verletzung erst ans Tageslicht kam, als die Depfa selber die Bankaufsicht informierte. Am 22. Dezember wurde eine Streitschlichtungsvereinbarung von der Bankaufsicht veröffentlicht, worin jeder Zusammenhang mit den von der Irish Times aufgeworfenen Fragen abgestritten wurde. Weder die Bankaufsicht noch die HRE gaben Details über die Daten und die Anzahl der Verstöße bekannt.
Weiterreichende Informationen über die Geschäfte der Depfa in Dublin und ihre Rolle bei dem Beinahe-Zusammenbruch im Jahre 2008 könnten jedoch durch die Befragung der irischen Depfa-Vorstandsmitglieder während des HRE-Funke-Prozesses in diesem Jahr ans Tageslicht kommen.
...Eine parlamentarische Anfrage in Berlin warf etwas Licht auf die verzweifelten Rettungsmaßnahmen im September 2008.
Die vielleicht bezeichnendste Beschreibung der Depfa kam von Jochen Sanio, dem Chef der deutschen Aufsichtsbehörde BaFin. Er bezeichnete sie als "Saustall" und die HRE als "die Wurzel allen Übels".
 Er bezeichnete das Jonglieren der DEPFA zwischen kurz- und langfristiger Liquidität und Einstreifen der dadurch entstandenen Zinsdifferenz als "Liquiditätsfalle", der die Eigenschaft eines Geschäftsmodells ermangelte, was man auch ohne besseres Wissen im Nachhinein leicht erkennen hätte können.
Der Chef der Deutschen Bank Josef Ackermann, der eng an dem im September 2008 geschnürten Rettungspaket beteiligt war, sprach in einer Anfragebeantwortung höflich von "Liquiditätsproblemen der Depfa, die bei einer gut geführten Bank nie vorkommen dürften."
... Politiker in Berlin bezeichneten das HRE/Depfa-Rettungspaket als gerechtfertigt und notwendig, wobei sie hinzufügten, dass dieses durch die Lehman-Pleite ausgelöst worden wäre, die niemand vorhersehen hätte können. Diese Argumentation wird jetzt von den HRE-eigenen Anwälten wohl in Zweifel gestellt werden.
... Das Berliner Bundesfinanzministerium - der neue Eigentümer der Hypo Real Estate und der Depfa - äußerte sich interessiert, aber leidenschaftslos gegenüber den bevorstehenden juristischen Auseinandersetzungen zwischen der jetzt unter seiner Kontrolle stehenden Münchner Bank und deren ehemaligem Chef. Man sei unbesorgt darüber, dass diese Gerichtsverhandlung ein neues Licht auf die politische Anfrage des letzten Sommers werfen könne.
... Das Berliner Bundesfinanzministerium - der neue Eigentümer der Hypo Real Estate und der Depfa - äußerte sich interessiert, aber leidenschaftslos gegenüber den bevorstehenden juristischen Auseinandersetzungen zwischen der jetzt unter seiner Kontrolle stehenden Münchner Bank und deren ehemaligem Chef. Man sei unbesorgt darüber, dass diese Gerichtsverhandlung ein neues Licht auf die politische Anfrage des letzten Sommers werfen könne.Wie groß diese Lücken in der deutschen Bankenregulierung waren, wurde durch die im Zuge der Untersuchung durch den Leiter der deutschen Bankenaufsicht Sanio vorgelegten Beweismittel klar.
Er führte aus, dass es erst durch die Struktur der HRE als Holding und nicht als bloße Bank möglich war, dass die HRE knapp außerhalb der Blicke der deutschen Bankaufsicht operieren konnte. Diese Gesetzeslücken seien inzwischen geschlossen worden.
... "Die Vorstände der HRE und der Depfa hätten ihre [kurzfristige] Finanzierungsstrategie schon lange vorher [vor Lehman] ändern müssen", sagte HRE-Anwalt Detlef Bauer. "Die Finanzkrise wurde mit immer neuen Krisen von Monat zu Monat immer größer. Es gab Signale für eine Verschärfung der Krise. Diese Signale hätten Anlaß sein sollen, die Strategie der Bank zu ändern."...
http://www.irishtimes.com/newspaper/finance/2010/0102/1224261527333.html


Wer ist also verantwortlich? Niemand. Mir wurde gesagt, dass Vorstandsdirektoren der HRE, die die Bank zugrunde gerichtet haben, dieser Tage beim Einkaufsbummel auf der Münchner Maximilianstraße beobachtet wurden.


Wer wird also für diese Bankenkatastrophen bezahlen? Alle von uns, die dummen Steuerzahler in Irland und Deutschland, die von den wahren Zusammenhängen nur sehr wenig erfahren haben. Als die HRE zusammenbrach, war ihre irische Tochtergesellschaft Depfa eine rein irische Bank, registriert in Dublin wegen der Steuervorteile und der dortigen Bankenaufsicht unterstehend. Dennoch ist es ausschließlich der deutsche Steuerzahler, die für sie zahlen muss. Ich frage mich bloss warum?


Vielleicht weiss Herr Ackermann von der Deutschen Bank darüber Bescheid. Im Juli 2009 schrieb die Irish Times:


Ackermann: Infolge der Depfa-Krise stand das gesamte Bankensystem knapp vor dem Zusammenbruch
The Irish Times - Wednesday, July 8, 2009
DEREK SCALLY in Berlin
Die Liquiditätsprobleme der in Dublin ansässigen Depfa-Bank im vergangenen September brachten das gesamte deutsche Bankensystem um Haaresbreite zum Zusammenbruch, führte Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann aus.
Diese Behauptung stellte der Chef der größten deutschen Finanzeinrichtung im Zuge eines hochriskanten Poker-Spiels zwischen den privaten Banken und der Regierung auf, wobei es darum ging, wer für die Kosten der Rettung der Depfa und deren deutscher Muttergesellschaft Hypo Real Estate (HRE) aufzukommen habe.
Das 17 Seiten umfassende Protokoll der Sitzungen am 27. und 28. September belegt, dass die Teilnehmer sich darüber im klaren waren, dass der Zusammenbruchs der HRE/Depfa "schlimmere Folgen als Lehman Brothers" haben könnte.
Der Zusammenbruch der amerikanischen Bank am 15. September hatte unmittelbare Auswirkungen auf Dublin, wo die Depfa die kurzfristige Liquidität zur Abdeckung ihrer längerfristigen Geschäfte, nämlich Kredite an Regierungen zum Zwecke der Finanzierung von Straßen- und Brückenbau, nicht mehr sicherstellen konnte.
Etwa 11 Tage nach der Lehman-Pleite äußerte Georg Funke, der Vorsitzende von Hypo Real Estate, gegenüber der Bundesbank und der deutschen Bankaufsicht BaFin, dass das Loch im Finanzierungsbedarf der Depfa "wie in einem Schneeballsystem" täglich immer größer werde.
Am darauffolgenden Tag (Samstag, 27. September) traf Herr Ackermann mit den Chefs der anderen führenden Banken zusammen.
Obwohl ursprünglich auch die Bundesregierung in Berlin mit einbezogen werden sollte, lehnten es führende Beamte des Finanzministeriums ab, an den Gesprächen am Samstag teilzunehmen.
Sie kamen erst viel später am Sonntag mit einem Angebot, was Herrn Ackermann veranlasste, die Sitzung mit der verächtlichen Bemerkung zu verlassen, er müsse jetzt "seine Leute darauf vorbereiten, dass das System des Interbankenhandels in ein paar Stunden zusammenbrechen werde."
 http://www.irishtimes.com/newspaper/finance/2009/0708/1224250236842.html


Angesichts der Tatsache, dass die HypoVereinsbank-UniCredit die größte Bank Bayerns ist, ist es erstaunlich, dass kein Politiker in Deutschland sich bisher mit der UniCredit Irland befasst hat. Im Gegensatz dazu hat Dr. Martin Graf, der Dritte Präsident des Österreichischen Parlaments, die Bedeutung der Affäre für das österreichische Volk klar erkannt. 


Dr. Graf ist versiert bei der Untersuchung von Wirtschaftskriminalität und leitete den Untersuchungsausschuss im österreichischen Parliament zur BAWAG-Affäre. Das zu diesem Thema erschienene Buch Dr. Grafs ist sehr lesenswert: 


Pleiten.Betrug und BAWAG: Schonungslos aufgedeckt - die Enthüllungen des Banken-Untersuchungsausschusses, Dr. Martin Graf:
"Als der Banken-Untersuchungsausschuss nach acht Monaten Tätigkeit am Altar der rot–schwarzen Koalition geopfert wurde, war klar, dass nur die Spitze des Eisberges des sen an die Öffentlichkeit gedrungen ist, was als der größte Finanzskandal der Zweiten Republik in die Geschichte eingehen wird. Untermauert mit Originaldokumenten deckt jetzt der Ausschussvorsitzende Martin Graf auch viele jener Aspekte auf, die bisher noch nicht bekannt wurden. Der Leser erhält Einblick in die Machenschaften der politi- schen und wirtschaftlichen Netzwerke, die verantwortlich zeichnen für den BAWAG-Skandal, die Atomic-Pleite, den Bulgarien-Mobiltel-Deal, den Casino-Jericho-Flop, den Amis-Betrug und die Causa Hypo-Alpe-Adria. Das Buch geht aber auch ins Gericht mit der „Arbeit“ und dem Versagen der Kontrollgremien und der Rolle des Finanzministers Karl-Heinz Grasser. Mag. Dr. Martin Graf, Jahrgang 1960, ist Abgeordneter der FPÖ im Österreichischen Nationalrat und leitete den parlamentarischen Banken-Untersuchungsausschuss."
http://www.amazon.de/Pleiten-Betrug-BAWAG-Schonungslos-Enth%C3%BCllungen-Banken-Untersuchungsausschusses/dp/3900052131




Im Gegensatz zu Irland und Deutschland, wo korrupte Banker Golf spielen und einkaufen gehen, landen in Österreich einige von ihnen im Gefängnis:


Austria court convicts bankers over heavy BAWAG losses
By Boris GroendahlVIENNA | Fri Jul 4, 2008 6:23am EDT
(Reuters) - A Vienna court sentenced nine people to prison on Friday for their roles in causing losses at Austrian bank BAWAG P.S.K. of as much as 1.7 billion euros ($2.7 billion) through risky investments.
The losses, which surfaced in 2006, were linked to the bankruptcy of U.S. futures trader Refco Inc, a BAWAG affiliate.
Helmut Elsner, BAWAG's former chief executive, was found guilty of breach of trust, fraud and false accounting and was sentenced to nine and a half years in prison by Judge Claudia Bandion-Ortner and her three co-judges.
http://www.reuters.com/article/2008/07/04/us-bawag-trial-ruling-idUSL045252320080704




Leider müssen heuzutage deutsche Schulen bereits wegen mangelnder finanzieller Mittel schließen und jede Woche verlassen tausende Menschen Irland in der Hoffnung, woanders ein neues Leben beginnen zu können.


Vielleicht könnte Herr Dr. Wissing von der FDP jetzt Herrn Gassmann in seinem Büro fragen, warum er sich auf unser Gespräch vor fast fünf Monaten nicht mehr gemeldet hat?


Und vielleicht werden die Vertreter der Grünen in Bayern, die mich vor ein paar Tagen diesbezüglich kontaktiert hatten, nun verstehen, warum dieses Thema für die gesamte deutsche Öffentlichkeit von Relevanz ist und nicht nur für "die wenigen, die am Bankwesen interessiert sind".


Man kann nur hoffen. 






Als weiterführende Literatur zur HRE/DEPFA-Affäre empfehle ich Ihnen:


"Hypo reality" By James Wilson, Financial Times, March 19 2009:
...."Die HRE wird mittels staatlichen Liquiditätsgarantien in Höhe von 102 Milliarden Euro am Leben gehalzten. An diesem Freitag soll der Bundestag ein Gesetz verabschieden, das eine langfristige staatlich unterstützte Rettung der HRE sichern soll, wobei notfalls Aktien der Gesellschaft zu enteignen wären - ein "letztes Mittel", das zu politischen Kontroversen geführt hat und Besorgnis auslöste, dass sogar Investoren über die Klinge springen müssten.
Der Fall der Münchner HRE verrät viel über das Verhalten der Banken während des Kredit-Booms. Mit nur einem kleinen bißchen Eigenkapital zur Stützung einer mehr als 40mal so großen Bilanz von 400 Mrd. Euro und ohne Einlagen von Privatkunden als Sicherheit gewährte die HRE am Höhepunkt der Krise völlig überzogene Kredite im Vertrauen darauf, dass ihre Liquidität nie versiegen würde. Aus dem Schutt eines früheren Immobilien-Zyklus entstanden, trug die Bank zu einem neuerlichen unhaltbaren Boom bei.
Die Folgen zeigen, dass die exzessiven Auswüchse im deutschen Finanzsystem genauso unkontrollierte Formen annahmen wie in der vermeintlich rücksichtsloseren angelsächsischen Welt - was große Verlegenheit beim deutschen Finanzminister Peer Steinbrück auslöste, der nur wenige Tage vor dem Auftreten der Probleme bei der HRE scharfe Kritik am US-Finanzsystem geübt hatte. Als in der Folge die wachsenden Schwierigkeiten bei der HRE an zwei aufeinanderfolgenden Wochenende Maßnahmen zu deren Rettung erzwangen, war die Reihe an Bundeskanzlerin Angela Merkel, die dadurch gedemütigt wurde, dass sie sich nur wenige Stunden, nachdem sie und andere europäische Staats- und Regierungschefs einen ähnlichen Schritt Irlands verurteilt hatten, zur Ankündigung einer einseitigen Pauschalgarantie für deutsche Bankeinlagen genötigt sah."
http://www.ft.com/cms/s/0/fb8d33ba-14c1-11de-8cd1-0000779fd2ac.html




David Malone, Golem XIV Blog (http://www.debtgeneration.org/author.html). David Malone wurde für seine für BBC und Channel 4 gedrehten Dokumentarfilme in England mehrfach ausgezeichnet. Hier einige seiner einschlägigen Blog-Beiträge:


http://golemxiv-credo.blogspot.com/2010/11/who-bankrupted-ireland.html


http://golemxiv-credo.blogspot.com/2010/12/dominoes-falling-from-east.html


http://golemxiv-credo.blogspot.com/2011/01/ireland-was-germanys-off-shore-tart.html


http://golemxiv-credo.blogspot.com/2011/01/ireland-was-germanys-off-shore-tart_26.html






PS
Wenn die Grünen in München und Berlin im Nachtrag zu den Mitteilungen, die ich bereits ihren Kollegen gemacht habe, noch weitere Fragen haben sollten, können Sie mich gerne per e-Mail kontaktieren: whistleblower.irl@gmail.com

Monday, 18 April 2011

.

UniCredit als Mitverursacher der irischen Finanzkrise - Anfrage des österreichischen Abgeordneten Dr. Martin Graf (Dritter Präsident im Parlament der Republik Österreich) vom 23. Dez. 2010: 


http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/J/J_07341/index.shtml

Oder:

http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/J/J_07341/imfname_203594.pdf


Vor einem Jahr schrieb Martin Hesse über meine Geschichte in der Süddeutschen Zeitung. Hier einige Zitate aus dem Artikel:


23.04.2010 | Süddeutsche Zeitung | Deutschland, Bayern, München | Geld  Trennlinie

Die Krankheit des keltischen Tigers
Wie der Risikomanager eines europäischen Finanzkonzerns in Irland gegen die Misswirtschaft kämpfte und was das über die Probleme des Finanzplatzes Dublin sagt
Von Martin Hesse
München – Im Sommer 2007 hat Ronald K. den Glauben an die Seriosität der irischen Finanzwirtschaft verloren. Der Risikomanager eines europäischen Finanzkonzerns, der seinen richtigen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, erlebte, wie lax seine Bank mit wichtigen Vorschriften umging. Vor allem aber erschütterte Ronald K., wie die Aufsicht Verstöße gegen Vorschriften aus seiner Sicht unter den Teppich kehrte. Sein Fall zeigt im Kleinen, warum Irland, einst als keltischer Tiger bejubelt, heute um seine maroden Banken und gegen dramatisch wachsende Schulden kämpft.
Einst päppelte Irland die Banken und lockte mit sanfter Regulierung Finanzkonzerne aus aller Welt nach Dublin. Heute ringt die Regierung darum, nicht wie Griechenland das Vertrauen der internationalen Geldgeber zu verlieren. 73 Milliarden Euro, die Hälfte der jährlichen Wirtschaftsleistung, musste Irland aufbringen, um seine Banken zu retten. Es hätte noch teurer werden können, wäre die in Dublin angesiedelte Depfa Bank nicht noch ein Jahr vor dem Zusammenbruch von der Hypo Real Estate übernommen worden. Gut 100 Milliarden Euro mussten deutsche Steuerzahler für die Rettung der Bank riskieren. Auch deutsche Landesbanken wickelten riskante Finanzgeschäfte vielfach über Dublin ab, weil das bankenfreundliche Umfeld dazu einlud. Wohin das führte, verdeutlicht der Fall Roland K.
Der Risikomanager war im Mai 2007 zu einer europäischen Großbank gestoßen, die einen erfahrenen Risikomanager für die irische Tochter suchte. Ronald K. besaß die nötige Erfahrung, unter anderem sammelte er sie bei deutschen Banken. Bald aber musste er feststellen, dass seine Bank nicht die Art von Risikokontrolle wollte, die ihm vorschwebte...
Im Juli 2007 trat eine neue Liquiditätsvorschrift der irischen Regierung in Kraft. Die Regeln besagten, dass die Mittelzuflüsse von Finanzinstituten jederzeit mindestens 90 Prozent der Mittelabflüsse abdecken müssen. Als K. die Liquiditätssteuerung prüfte, stellte er bald Erstaunliches fest. „Die Quote lag regelmäßig deutlich unter 90 Prozent”, sagt der Manager. Er glaubte zunächst an einen Irrtum. Er fragte die Bankführung, woran es liegen könnte, und erhielt beschwichtigende Antworten. Mal hieß es, es handle sich um einen Fehler im IT-System, mal war von einer vergessenen Buchung die Rede. Doch Ronald K. gab sich damit nicht zufrieden. Im August übergab er persönlich einen Bericht an die Finanzaufsicht, aus dem hervorging, dass die Liquiditätsquote zeitweise bei nur 70 Prozent lag. „Die Aufsicht hätte alarmiert sein und sofort eine Untersuchung einleiten müssen”, sagt er heute. Doch die Aufsicht unternahm nach seiner Aussage nichts.
...Eine Erklärung dafür liefert der irische Senator David Norris, der den Fall vor kurzem vor das irische Parlament brachte. „Das Verhalten deutet darauf hin, dass in der Bank und beim Regulierer Panik ausbrach”, sagt Norris. „Das war auch nicht überraschend, da die irische Aufsicht bereits unter erheblichem Druck der deutschen Bankenaufsicht Bafin stand.” Unmittelbar vor Ronald K.’s Rücktritt war die SachsenLB beinahe zusammengebrochen, sie hatte mit milliardenschweren Investitionen über eine irische Tochter Schiffbruch erlitten. Ärger mit einer weiteren europäischen Regulierungsbehörde wäre der Finanzaufsicht in Dublin sicher ungelegen gekommen.
Die Aufsicht weist die von Ronald K. und Norris erhobenen Vorwürfe zurück. „Unsere Aufzeichnungen stimmen nicht mit der Darstellung der Ereignisse durch Senator Norris überein”, erklärte ein Sprecher der Behörde. Weiter könne man sich zu einzelnen Finanzinstituten nicht äußern. Doch es gibt Indizien, dass die Aufsicht auch kein Interesse hatte, die mutmaßlichen Verstöße publik werden zu lassen. Merkwürdig ist beispielsweise, dass die Bankenaufsicht im Juni 2009 eine überarbeitete Fassung der Regeln für das Liquiditätsmanagement veröffentlicht hat. Darin gibt die Behörde keinerlei Hinweis darauf, dass diese Regeln bereits 2006 in genau der gleichen Weise verschärft wurden. Es entsteht der Eindruck, als gäbe es die Gesetze, gegen die Ronalds Bank 2007 verstieß, erst seit 2009 und nicht seit 2006.
Doch wie wichtig die Reputation der Finanzaufsicht für die Zukunft Irlands ist, das ist dem neuen Chef der jüngst reformierten Behörde durchaus bewusst. „Es ist klar, dass wir die Regulierung der Finanzbranche in Irland fundamental überarbeiten müssen”, sagte Matthew Elderfield diese Woche. Insbesondere müsse man die Regeln glaubwürdig durchsetzen. Doch wollen Elderfield und der irische Finanzminister Brian Lenihan auch die Vergangenheit bewältigen? Auch um den Preis, dass sie ausländischen Banken auf die Füße treten müssen, die sie lange hofierten und die sie als Steuerzahler und Arbeitgeber noch immer brauchen?.....


Die UniCredit Bank Ireland hat eben die Bankbilanz für 2010 veröffentlicht. Diese wurde in der Sunday Business Post wie folgt kommentiert:

Accounting procedures flatter UniCredit Ireland’s performance 17 April 2011  By Kathleen Barrington 
http://www.sbpost.ie/post/pages/p/wholestory.aspx-qqqt=THE-INSIDER-qqqs=themarket-qqqsectionid=3-qqqc=3.7.0.0-qqqn=1-qqqx=1.asp 

Irlands führendes politisches Magazin verlangt in seiner Dezember-Ausgabe Antworten von Matthew Elderfield, dem neuen Chef der Finanzaufsichtsbehörde:
Still waiting for the truth from the regulator - Village Magazine, Dec. 2010

Wenn Sie mehr erfahren wollen, besuchen Sie bitte meinen englischen Blog http://whistleblowerirl.blogspot.com/, oder kontaktieren Sie mich per e-Mail: Whistleblower.Irl@gmail.com.




Protokolle der Debatten im irischen Senat und Parlament:


http://debates.oireachtas.ie/seanad/2010/02/23/00012.asp


http://debates.oireachtas.ie/dail/2010/11/25/00090.asp


Deputy Joan Burton der Irish LabourParty (jetzt Minister für soziale Angelegenheitenlud mich ein, auf das Protokoll überkommentieren. Bitte lesen Sie meine Antwort an:
http://whistleblowerirl.blogspot.com/2010/11/open-letter-to-deputy-joan-burton.html